Holz ist gewichtig!

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Holz unterschiedlicher Bäume ist unterschiedlich schwer.

In erster Linie wird das Gewicht durch die Genetik eines Baumes bestimmt. Langsam wachsende Hölzer sind in der Regel schwerer als schnell wachsende. Kleine Gewichtsschwankungen können durch Umwelteinflüsse beim Wachstum (Standort, Witterung) hervorgerufen werden.

Spezifisches Gewicht beschreibt, wie viel ein Würfel im Ausmaß von 10x10x10 cm = 1 dm³ wiegt.

Das leichteste Holz ist das Holz des Balsabaumes (Orchroma pyramidiale). Es ist von verschiedenartiger Dichte und sein Gewicht reicht von 0, 05 bis 0,13 kg/dm³. Zum Vergleich dazu: Kork wiegt 0,24 kg/dm³.

Es ist schwer zu definieren, welches das schwerste Holz ist. Einerseits variiert die Dichte des Holzes um plus/minus 10% zwischen den einzelnen Proben und andererseits werden in unterschiedlichen Quellen verschiedene Holzarten als schwerstes Holz bezeichnet.

Balsabaum                                     

Der Balsabaum (Ochroma pyramidale) ist in vielen Gebieten der Tropen anzutreffen. Sein häufig genutztes Holz ist extrem leicht.

Der Balsabaum wächst als mittelgroßer oder selten großer, laubabwerfender oder immergrüner Baum. Er ist sehr schnellwüchsig und kann Wuchshöhen von meist bis 30, selten bis zu 50 Metern und einen Stammdurchmesser von etwa 100, selten bis zu 180 Zentimeter erreichen. Der meist gerade, zylindrische und oft relativ kurze Stamm besitzt an älteren Exemplaren kurze Brettwurzeln.

Balsaholz findet im Leichtbau für Flugmodelle aber auch in den Flügeln von Windrädern Verwendung, wird aber heute durch Kunststoff oder Kohlefaser teilweise ersetzt. An weiteren Anwendungen wird geforscht, z. B. als Schutzplatten in Verbundwerkstoffen, um Aufprallenergie zu absorbieren.

Eisenholz

Unter der Bezeichnung „Eisenholz“ sind viele Baum-Arten vor allem in den Tropen bekannt, deren Holz wegen seiner besonderen Härte geschätzt wird und eine Dichte von über 1,0 kg/dm³ aufweist. Diese Hölzer können nicht schwimmen und werden daher als Besonderheit betrachtet. Die meisten sind heute geschützt und deren Handel wird kontrolliert.

 

Einige Eisenhölzer mit einem Raumgewicht von über 1,0 kg/dm³:

Afrik. Eisenholz 1,45 kg/dm³    Schlangenholz 1,20-1,35 kg/dm³     Makasser Ebenholz 1,03 kg/dm³ 

Pockholz 1,20-1,40 kg/dm³       Afrik. Grenadill 1,10 kg/dm³             Palisander 0,80-1,15 kg/dm³

 

Südafrikanisches Eisenholz – das wahrscheinlich schwerste Holz

Olea laurifolia (Black Ironwood) kommt in Südafrika in der KwaZulu-Natal Province vor. Der halb-blattabwerfende Baum wird 7-15 Meter hoch, manchmal als Strauch. Das Holz ist hart, schwer, wenig porös und grau bis schwarz, das Splintholz gelb.

Das Holz ist wegen der Kieselbestandteile schwer zu zersägen, es lässt sich aber gut drechseln. Es hat eine ziemlich feine Maserung und wenn poliert, eine glasähnliche Oberfläche. Es ist bei Drechslern und Messerherstellern beliebt.

Das Holz ist jetzt geschützt. Es wurde früher für Stützen im Bergbau, Bahnschwellen, Werkzeuge und als Feuerholz verwendet.

 

Ebenfalls zu den südafrikanischen Eisenhölzern zählt dieser Heywoodia lucens – Black Ebony aus dem Botanischen Garten von Kirstenbosch. (Foto: Hans Schuster)

Pockholz – das härteste Holz der Welt

Pockholz kommt aus den tropischen Gebieten in Süd- und vor allem Mittelamerika und ist das Holz des Guajak-Baums. Auf Grund seiner hohen Dichte und der Holzcharakteristik trocknet Pockholz nur sehr langsam und neigt dabei stark zum Reißen. Das Schwindverhalten ist aber gering. Das Holz ist sehr spröde und daher nur schwer zu bearbeiten. Es ist rund 50% härter als die Hainbuche, die härteste heimische Holzart. (Der härteste Nadelbaum ist die Eibe, Laubbäume gelten durchschnittlich härter als Nadelhölzer.)

Der Baum verbindet zwei Dinge, die man sonst nicht zusammen findet: er ist ein Laubbaum und er ist extrem harzreich, mit 25-27% Harzanteil. Dieses harzige Holz hat selbstschmierende Eigenschaft. Diese macht man sich bei der Herstellung von Laufrollen, Zahnrädern, Kegelkugeln und einigen Werkzeugen zunutze. Es gibt aber auch Spezialanwendungen wie Trittbretter für Gangways und in der Linzer Schiffswerft stellte man die Schiffe auf Blöcke aus Pockholz. Beim Stapellauf sind diese Blöcke durch die selbstschmierende Eigenschaft nicht auf den Schienen festgelaufen. In früheren Zeiten verwendete man Pockholz wegen der Härte und Stabilität als Kiel für Segelschiffe.

Schlangenholz – das Musikholz

Schlangenholz ist eine nur wenig bekannte Holzart, die fast ausschließlich im Musikinstrumentenbau, Blasinstrumente und Streichbogen, verwendet wird. Im Allgemeinen wird mit Schlangenholz oder Snakewood das Holz der in Südamerika wachsenden Brosimum-Bäume bezeichnet. Das Vorkommen ist zwischen Paraguay und Venezuela, sowie Guyana und teilweise in Surinam und Trinidad.

Typisch ist das Schlangenhautmuster aus dunklen Flecken, das auf dem rotbraunen Kernholz zu sehen ist. Die Holzoberfläche hat einen leichten Glanz. Das Holz ist wegen des sehr unregelmäßigen Faserwuchses sehr schwierig zu bearbeiten. Es lässt sich aber hervorragend polieren. Das Biegen des Holzes ist auch mit Dampf kaum möglich.

Das Holz ist sehr dauerhaft und witterungsbeständig. Es ist auch gut resistent gegen Pilz- und Insektenbefall.

Spezifische Gewichte einheimischer Hölzer:

 

Buchsbaum

bis 0,83-1,10 kg/dm³

Hainbuche

bis 0,95 kg/dm³

Eiche

bis 0,85 kg/dm³

Eibe

bis 0,90 kg/dm³

Zwetschke

bis 0,85 kg/dm³

Apfelbaum

bis 0,80 kg/dm³

Buche

bis 0,80 kg/dm³

Esche

bis 0,80 kg/dm³

Nuss

bis 0,75 kg/dm³

Kiefer

bis 0,70 kg/dm³

Ahorn

bis 0,70 kg/dm³

Erle

ca. 0,55 kg/dm³

Lärche

ca. 0,40-0,80 kg/dm³

Birke

ca. 0,70 kg/dm³

Linde

ca. 0,49 kg/dm³

Fichte

ca. 0,50 kg/dm³

Birne

ca. 0,53 kg/dm³

 

 

Quellen: Wikipedia, www.holz-bearbeitung.de, Das Guinness-Buch der Rekorde 1997, Guinness-Verlag Hamburg 1997.