Die Hoanzlbank (Schnitzbank)

English Version: carving bench

Viele Namen hat dieses Gerät: von Schnitzbock über Reifbank zu Eselsbank uvm. Die in OÖ und der Steiermark gebräuchliche Variante „Hoanzlbånk“ dürfte vom alten Dialektwort für Fohlen „Hëssl“ (siehe Wortstamm Hengst und englisch horse) stammen. Der Benutzer sitzt wie auf einem kleinen Pferd auf dem „Rücken“ des Geräts. Es gibt vier Beine und das Köpfchen wendet sich zum Reiter zurück.

„Die Hoanzlbånk ist in fast ganz Europa bekannt, im englischsprachigen Raum nennt man sie „spoke shaver“ = „Speichenrasierer“.

Uns würde interessieren: unter welchen Namen kennen Sie diese Arbeitsbank?

Die Hoanzlbånk ist einfach und praktisch: innerhalb von Sekunden kann ein Werkstück eingespannt und mit dem Fußhebel festgehalten werden. So sind beide Hände zum Arbeiten frei. Die Hoanzlbånk war weit verbreitet: über Fass-Binder (siehe die historische Ansichtskarte unten), Wagner, Holzschuhmacher, Holzschindelmacher … quasi jeder Holz-Handwerksberuf hatte eine, oft in der Bauweise leicht an die speziellen Erfordernisse angepasst. Auch auf jedem Bauernhof war sie zu finden.

Jedem Kind schärft man ein: mit scharfen Klingen immer vom Körper wegarbeiten. Bei der Hoanzlbånk muss zum Körper hingearbeitet werden. Um Unfälle zu vermeiden trug man eine lederne Schürze, den „Virchta“ (=Vortuch/Fürtuch). Er bremste bei einem Abprallen des Werkzeuges den Schwung und schützte so vor Verletzungen.

Historische Postkarte: Fass-Binder
Selbst für Kinder (links) gab es Hoanzlbänke, so konnten sie sich schon in jungen Jahren mit der Arbeit an der Hoanzlbank vertraut machen.

 

Schon entdeckt?

Unsere Abbildung des Rosenkranz-Machers am Aufsteller zu den historischen Holzberufen zeigt ebenfalls die Arbeit an der Hoanzl- oder Schnitzbank.